Mittelstand

Nachfolge ungelöst: Zehntausende Betriebe suchen bis 2030 einen Nachfolger

Familieninterne Übergaben werden zur Ausnahme. Beteiligungsgesellschaften drängen in klassische Dienstleistungsbranchen, während viele Inhaber die Suche zu spät beginnen.

Porträt von Dr. Katharina Wendt

Von Dr. Katharina Wendt, Chefredakteurin, Ressort Mittelstand
· 6 Min. Lesezeit

Älterer Firmeninhaber im Gespräch mit einem jüngeren Nachfolger in einer Werkshalle
Älterer Firmeninhaber im Gespräch mit einem jüngeren Nachfolger in einer Werkshalle

Die Zahlen der Kammern zeigen seit Jahren dasselbe Bild: Auf jeden übergabereifen Betrieb kommen deutlich weniger Interessenten als noch vor zehn Jahren. Besonders betroffen sind personalintensive Dienstleistungen mit geringer Marge, etwa Gebäudereinigung, Pflege und Teile des Ausbaugewerbes.

Der häufigste Fehler ist der Zeitpunkt. Wer mit 63 Jahren beginnt, hat kaum Spielraum, denn eine geordnete Übergabe dauert von der ersten Bewertung bis zur Einarbeitung des Nachfolgers regelmäßig drei bis fünf Jahre. Wird der Betrieb unter Zeitdruck verkauft, sinkt der Preis spürbar.

Bewertet wird heute weniger die Substanz als die Übertragbarkeit. Entscheidend ist, ob Kundenbeziehungen an das Unternehmen gebunden sind oder an die Person des Inhabers, ob Verträge schriftlich vorliegen und ob eine zweite Führungsebene existiert. Betriebe mit dokumentierten Abläufen erzielen erkennbar bessere Konditionen.

Für Beschäftigte ist der Betriebsübergang nach Paragraf 613a BGB geregelt, Arbeitsverhältnisse gehen unverändert über. Trotzdem entscheidet die Kommunikation über den Erfolg: Wenn die Belegschaft aus dem Markt erfährt, dass verkauft wird, folgen Kündigungen, die den Wert des Unternehmens unmittelbar mindern.

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Dr. Katharina Wendt

Chefredakteurin, Ressort Mittelstand

Berichtet seit 18 Jahren über mittelständische Unternehmen, Nachfolge und Betriebsführung.

Schwerpunkte: Unternehmensnachfolge, Betriebsführung, Auftragsvergabe, Konjunktur · In der Redaktion seit 2019

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