Späte Zahlungen: Warum Dienstleister immer länger auf ihr Geld warten
Zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang liegen bei vielen Betrieben mehr als sechs Wochen. Für Unternehmen ohne Polster wird daraus ein Führungsproblem, nicht nur ein Buchhaltungsthema.
Von Markus Feldhoff, Redakteur, Ressort Finanzen
· 6 Min. Lesezeit

Wer Leistungen erbringt, finanziert seine Auftraggeber mit. Material, Löhne und Fahrzeuge sind bezahlt, lange bevor die Rechnung ausgeglichen ist. In Gesprächen mit Geschäftsführungen aus Gebäudetechnik, Reinigung und Beratung nennen die meisten Zeiträume von vier bis acht Wochen, bei öffentlichen Auftraggebern gelegentlich länger.
Rechtlich ist die Lage klarer, als viele Betriebe annehmen. Ohne abweichende Vereinbarung wird eine Forderung mit Zugang der Rechnung fällig, spätestens 30 Tage danach tritt Verzug ein. Bei Verzug stehen Unternehmen Zinsen und eine Pauschale von 40 Euro je Forderung zu. Genutzt wird das selten, aus Sorge um die Kundenbeziehung.
Wirksamer als Mahnungen ist meist der Rechnungsprozess selbst. Betriebe, die noch am Tag der Abnahme abrechnen, Teilzahlungen vereinbaren und Abschläge vertraglich festlegen, verkürzen die Wartezeit deutlich, ohne einen einzigen Konflikt zu führen. Wer erst zum Monatsende sammelt, verschenkt im Schnitt zwei Wochen.
Der zweite Hebel ist die Bonitätsprüfung vor dem Auftrag. Eine kurze Auskunft kostet wenige Euro und verhindert Ausfälle, die später Monate kosten. Besonders bei Neukunden mit hohem Volumen lohnt sich zudem eine Vorauszahlung auf das Material, die im Angebot begründet wird.
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Über den Autor

Markus Feldhoff
Redakteur, Ressort Finanzen
Schreibt über Kreditvergabe, Zahlungsmoral und Steuerpolitik aus Sicht kleiner Betriebe.
Schwerpunkte: Kreditvergabe, Liquidität, Steuerrecht, Bankenaufsicht · In der Redaktion seit 2020


