Fachkräfte gewinnen: Wie regionale Verbünde Anerkennungsverfahren beschleunigen
Kleine Betriebe scheitern selten an Bewerbern, sondern an Verfahren. Gemeinsame Anlaufstellen mehrerer Kammern verkürzen die Wartezeit erheblich.
Von Sarah Ohlert, Redakteurin, Ressort Innovation
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Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse dauert in der Praxis oft Monate, weil Unterlagen mehrfach angefordert werden und Zuständigkeiten wechseln. Für Betriebe mit fünf oder zehn Beschäftigten ist das kaum zu leisten, sie brechen Verfahren ab, obwohl geeignete Bewerber vorhanden sind.
Verbünde, in denen mehrere Kammern und Betriebe eine gemeinsame Anlaufstelle finanzieren, lösen genau dieses Problem. Eine Stelle sammelt die Dokumente, klärt Übersetzungen und begleitet die Antragstellung. Dort, wo dieses Modell läuft, berichten Beteiligte von deutlich kürzeren Verfahren und weniger Abbrüchen.
Der zweite Faktor ist die Zeit nach der Zusage. Wohnung, Konto, Sprachkurs und Behördengänge entscheiden darüber, ob jemand nach einem Jahr noch im Betrieb ist. Betriebe, die diese Punkte im Verbund organisieren, halten ihre neuen Mitarbeitenden nachweislich länger.
Kosten entstehen vor allem als Arbeitszeit. Kalkuliert werden sollten rund 40 Stunden Betreuung je Einstellung im ersten Jahr, verteilt auf eine benannte Ansprechperson. Wer diese Aufgabe nebenbei laufen lässt, verliert sie im Tagesgeschäft.
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Über den Autor

Sarah Ohlert
Redakteurin, Ressort Innovation
Recherchiert zu Arbeitsmarkt, Qualifizierung und neuen Geschäftsmodellen im Dienstleistungssektor.
Schwerpunkte: Arbeitsmarkt, Qualifizierung, Kundenbindung, Geschäftsmodelle · In der Redaktion seit 2022


