Handwerk digital: Warum viele Softwareprojekte nach acht Monaten scheitern
Nicht die Technik ist das Problem, sondern die Einführung. Betriebe, die eine verantwortliche Person benennen und alte Abläufe abschalten, bleiben dabei.
Von Jonas Kirchner, Redakteur, Ressort Digitalisierung
· 5 Min. Lesezeit

Der typische Verlauf ist immer gleich: Eine Software wird eingeführt, drei Monate läuft alles parallel, danach nutzt die Hälfte der Belegschaft wieder den Zettel. Nach acht Monaten stellt die Geschäftsführung fest, dass die Daten unvollständig sind, und das Projekt endet.
Der häufigste Auslöser ist der Parallelbetrieb. Solange ein alter Weg existiert, wird er genutzt, besonders unter Zeitdruck auf der Baustelle. Erfolgreiche Einführungen setzen deshalb ein Datum, ab dem Aufträge ausschließlich digital erfasst werden, und halten es ein.
Zweiter Punkt ist die Verantwortung. Eine benannte Person im Betrieb, erreichbar und mit Entscheidungsbefugnis, wirkt stärker als jede Schulung durch den Anbieter. Sie kennt die Abläufe und kann entscheiden, welche Felder wirklich ausgefüllt werden müssen.
Drittens sollte der Umfang klein beginnen. Wer Zeiterfassung, Lager, Rechnung und Personalplanung gleichzeitig umstellt, überfordert den Betrieb. Ein Modul, sechs Wochen, dann das nächste: Diese Reihenfolge führt in der Praxis deutlich häufiger zum Ziel.
- Software
- Digitalisierung
- Handwerk
- Prozesse
Über den Autor

Jonas Kirchner
Redakteur, Ressort Digitalisierung
Beobachtet, wie Betriebe Software einführen, und prüft, was davon im Alltag trägt.
Schwerpunkte: Betriebssoftware, E-Rechnung, Online-Sichtbarkeit, Datenschutz · In der Redaktion seit 2021

